Ratgebersuche:
 
Ratgeberseiten
Keiner sieht's
Ursachen des Haarausfalls
Perücken auf Rezept
Haarersatz bei Chemo
Kosmetik bei Chemo
Augenbrauen, Wimpern
Permanent Make up
Lidstrich und Lippen
Aopecia areata
Perückenpflege
Fachbegriffe A-G
Fachbegriffe H-P
Fachbegriffe P-Z
Was ist Toppik?
Was ist Cyberhair?
Was tun?
Ratgeber-Literatur

Beim sog. kreisförmigen Haarausfall oder Alopecia areata handelt es sich - wie der Name schon sagt - um scharf begrenzte runde oder auch ovale von Haarausfall betroffene Stellen. Sie können bei Erwachsenen und auch bei Kindern auftauchen. Oft erscheint eine solche
kahle Stelle ganz plötzlich, also ohne Vorwarnung wie Juckreiz, Schmerz oder Rötung. Nur in manchen Fällen kündigt
sich die Alopecia areata mit Beschwerden an.
Glücklicherweise wachsen die Haare meistens innerhalb eines Jahres wieder
nach - ohne jede Behandlung. Die
Ursache ist relativ unbekannt und im
Augenblick rechnet die Schulmedizin
diese Form des Haarausfalls zu den
Autoimmunkrankheiten, also einer
Fehlfunktion des Immunsystems, bei der
das Immunsystem urplötzlich die
Haarfollikel angreift. Tatsächlich entsteht
kreisrunder Haarausfall in den meisten
Fällen aufgrund eines Traumas.
Weitere Informationen erhalten Sie bei www.AAD Deutschland e.V., der größten Selbsthilfe-Organisation für Haarausfall

 
Ein bis zwei Prozent der Bevölkerung sind von Alopecia areata, dem sog. kreisrunden Haarausfall betroffen.
Nüchtern betrachtet sind Haare nichts weiter als ein ausgefeilter Schutzmechanismus der Natur, der im Zeitalter der Industrialisierung und Postmoderne weitgehend seine Bedeutung verloren hat. Doch dem steht eine geradezu mystische Verklärung der Haare als Ausdruck von Schönheit und sexueller Attraktivität entgegen, der jeder Nüchternheit spottet. Haare sind Ausdruck der Persönlichkeit, des Lebensstils, politischer und religiöser Gesinnung. Wehe, wenn sie auffallen! Tausende von Menschen - Kinder wie Erwachsene - trifft die Alopecia areata aus heiterem Himmel, plötzlich, unvorhersehbar, ohne Grund, mal mehr oder weniger stark, rezidivierend, remittierende oder dauerhaft. Harmlos.
Aber verständlicherweise ist der Leidensdruck enorm. Nur wenige können sich mit ihrer Situation abfinden und ihren kahlen Kopf hoch tragen. Groß sind die Vorurteile, die den Betroffenen entgegenschlagen, und das Wissen
um die Alopecia areata weist viele Lücken auf, bemängelt die Bundesvorsitzende des Vereins Alopecia Areata Deutschland (AAD) Kerstin Zienert, Krefeld. Auch wenn in vielen Fällen die Symptomatik eindeutig ist, rät sie zu einer sorgfältigen Abklärung beim Dermatologen, um nicht andere
 können sich wiederholen, immer wieder. Die Ursache der Alopecia areata liegt in der Haarwurzel, die atrophiert. Hormonelle Stö-
rungen dürften dabei keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielen. In Bonn arbeiten Humangenetiker an der Entschlüsselung der genetischen Grundlagen dieser Erkrankung, die eine gewisse vererbare Komponente aufweist. Bisher hat man neben dem HLA-Typ vier Kandidatengene im Visier, die auch bei anderen Autoimmunerkrankungen wie Rheuma und Typ-1-Diabetes eine Rolle spielen. "Wir hoffen, durch die genetische Aufschlüsselung den Pathomechanismus klären können", betont Prof. Dr. Markus Nöthen, Bonn. 1500 Blutproben von Patienten mit Alopecia areata wurden auf Initative des AAD und verschiedener Haarzentren in Deutschland eingesammelt. Sie bilden die Ausgangsbasis der weltweit größten Untersuchung zu dieser Erkrankung. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft trägt maßgeblich zu dem Projekt bei.
Angesichts der Gutartigkeit der Erkrankung Für Therapie der Alopecia stehen etliche Methoden zur Verfügung, allem voran die immunmodulation. Angesichts der Gutartigkeit der Erkrankung warnt Kerstin Zienert, von der Alopecia Deutschland e.V. vor aggressiven, immunsupprimierenden Behandlungen, ebenso wie vor Scharlatanerie. Wichtig sei es, den Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, ihre Nöte und Ängste ernst zu nehmen und sie psychisch
Erkrankungen wie Tinea oder Lues zu übersehen.
Der Verlauf des Haarausfalls lässt sich in keinster Weise
zu unterschützen. Alopecia areata ist eine anerkannte Schwerbehinderung, die Perückenversorgung ein
vorhersagen, auch nicht in der zeitlichen Abfolge. Manchmal ist nur ein kleiner kreisrunder Fleck am Kopf betroffen, der nach einiger Zeit wieder verschwindet. Manchmal kommt es zur Alopecia totalis oder auch universalis. Die Haare können spontan wieder nachwachsen, auch noch nach vielen Monaten. Phasen von Haarausfall und Nachwachsen geeignetes Hilfsmittel. Bisher gibt es zwar noch keine strukturierte Reha, allerdings wird daran gearbeitet. Patienten profitieren von dieser Rückzugsmöglichkeit und lernen, mit ihrem Leiden besser umzugehen.
   
 




Dr. Michael Kosmann Quelle: Artikel aus der Fachzeitschrift "Ärztliche Praxis" 02/2010