|
|
|
| Ratgeberseiten |
|
|
|
|
|
|
Beim sog. kreisförmigen Haarausfall oder Alopecia areata handelt es sich – wie der Name schon sagt – um scharf begrenzte runde oder auch ovale von Haarausfall betroffene Stellen. Sie können bei Erwachsenen und auch bei Kindern auftauchen. Oft erscheint eine solche
kahle Stelle ganz plötzlich, also ohne Vorwarnung wie Juckreiz, Schmerz oder Rötung. Nur in manchen Fällen kündigt sich die Alopecia areata mit Beschwerden an. Glücklicherweise wachsen die Haare meistens innerhalb eines Jahres wieder nach – ohne jede Behandlung. Die Ursache ist relativ unbekannt und im Augenblick rechnet die Schulmedizin diese Form des Haarausfalls zu den Autoimmunkrankheiten, also einer Fehlfunktion des Immunsystems, bei der das Immunsystem urplötzlich die Haarfollikel angreift. Tatsächlich entsteht kreisrunder Haarausfall in den meisten Fällen aufgrund eines Traumas.
Weitere Informationen erhalten Sie bei
www.AAD Deutschland e.V., der größten
Selbsthilfe-Organisation für Haarausfall
|
|
 |
| |
 |  |  |
Ein bis zwei Prozent der Bevölkerung sind von Alopecia areata, dem sog. kreisrunden Haarausfall betroffen. Nüchtern betrachtet sind Haare nichts weiter als ein ausgefeilter Schutzmechanismus der Natur, der im Zeitalter der Industrialisierung und Postmoderne weitgehend seine Bedeutung verloren hat. Doch dem steht eine geradezu mystische Verklärung der Haare als Ausdruck von Schönheit und sexueller Attraktivität entgegen, der jeder Nüchternheit spottet. Haare sind Ausdruck der Persönlichkeit, des Lebensstils, politischer und religiöser Gesinnung. Wehe, wenn sie auffallen! Tausende von Menschen - Kinder wie Erwachsene - trifft die Alopecia areata aus heiterem Himmel, plötzlich, unvorhersehbar, ohne Grund, mal mehr oder weniger stark,
rezidivierend, remittierende oder dauerhaft. Harmlos.
Aber verständlicherweise ist der Leidensdruck enorm. Nur wenige können sich mit ihrer Situation abfinden und
ihren kahlen Kopf hoch tragen. Groß sind die Vorurteile,
die den Betroffenen entgegenschlagen, und das Wissen
um die Alopecia areata weist viele Lücken auf, bemängelt die Bundesvorsitzende des Vereins Alopecia Areata
Deutschland (AAD) Kerstin Zienert, Krefeld. Auch wenn in vielen Fällen die Symptomatik eindeutig ist, rät sie
zu einer sorgfältigen Abklärung beim Dermatologen, um nicht andere |
| können sich wiederholen, immer wieder. Die Ursache der Alopecia areata liegt in der Haarwurzel, die atrophiert. Hormonelle Stö-
rungen dürften dabei keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielen. In Bonn arbeiten Humangenetiker an der Entschlüsselung der genetischen Grundlagen dieser Erkrankung, die
eine gewisse vererbare Komponente aufweist. Bisher hat man neben dem HLA-Typ vier Kandidatengene im Visier, die auch bei anderen Autoimmunerkrankungen
wie Rheuma und Typ-1-Diabetes eine Rolle spielen. "Wir hoffen, durch die genetische Aufschlüsselung den
Pathomechanismus klären können", betont Prof. Dr.
Markus Nöthen, Bonn. 1500 Blutproben von Patienten mit Alopecia areata wurden auf Initative des AAD und verschiedener Haarzentren in Deutschland eingesammelt. Sie bilden die Ausgangsbasis der weltweit größten Untersuchung zu dieser Erkrankung. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft trägt maßgeblich zu dem Projekt bei. Angesichts der Gutartigkeit der Erkrankung Für Therapie der Alopecia stehen etliche Methoden zur Verfügung, allem voran die immunmodulation. Angesichts der Gutartigkeit der Erkrankung warnt Kerstin Zienert, von der Alopecia Deutschland e.V. vor aggressiven, immunsupprimierenden Behandlungen,
ebenso wie vor Scharlatanerie. Wichtig sei es, den Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, ihre Nöte und Ängste ernst zu nehmen und
sie psychisch |
Erkrankungen wie Tinea oder Lues zu übersehen. Der Verlauf des Haarausfalls lässt sich in keinster Weise |
 |
zu unterschützen. Alopecia areata ist eine anerkannte Schwerbehinderung, die Perückenversorgung ein |
| vorhersagen, auch nicht in der zeitlichen Abfolge. Manchmal ist nur ein kleiner kreisrunder Fleck am Kopf betroffen, der nach einiger
Zeit wieder verschwindet. Manchmal kommt es zur
Alopecia totalis oder
auch universalis. Die
Haare
können spontan wieder nachwachsen, auch
noch nach vielen Monaten. Phasen von Haarausfall und Nachwachsen |
 |
geeignetes Hilfsmittel. Bisher gibt es
zwar noch keine strukturierte Reha, allerdings wird
daran gearbeitet. Patienten profitieren von dieser Rückzugsmöglichkeit und lernen, mit ihrem Leiden
besser umzugehen. |
| |

|
Dr. Michael Kosmann Quelle: Artikel aus der Fachzeitschrift "Ärztliche Praxis"
02/2010 |
|
|