Ratgebersuche:
 
Ratgeberseiten
Keiner sieht's
Ursachen des Haarausfalls
Perücken auf Rezept
Haarersatz bei Chemo
Kosmetik bei Chemo
Augenbrauen, Wimpern
Permanent Make up
Lidstrich und Lippen
Perückenpflege
Fachbegriffe A-G
Fachbegriffe H-P
Fachbegriffe P-Z
Was ist Toppik?
Was ist Cyberhair?
Was tun?
Ratgeber-Literatur
Perücken zählen bei krankhaftem und entstellenden Haarausfall zu den medizinischen Hilfsmitteln und werden in der Regel als solche in Standardausführungen von den Krankenkassen erstattet. Die Notwendigkeit eines Zweithaars muss durch Ihren behandelnden Arzt befürwortet und bescheinigt werden. Bei Haarausfall durch Chemotherapie reichen ein Rezept und ein Kostenvoranschlag aus. Bei Zweithaar wegen krankhaftem Haarausfalls führen Sie möglichst ein persönliches Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter Ihrer Krankenkasse. Etliche Krankenkassen verlangen neben einer ausführlichen Begründung des Hautarztes eine Fotodokumentation der kahlen Stellen und leiten dies dem Medizinischen Dienst zur Begutachtung weiter. Bei Ablehnung bleibt Ihnen noch die Möglichkeit des Widerspruchs.
Die AMGEN GmbH München, Tochterfirma des größten unabhängigen Biotechnologie-unternehmens der Welt, gestattete uns freundlicherweise den Nachdruck des 1.Teils des nebenstehenden Textes und die Turban-Abb.
© 2008 Amgen www.onkologie.de
brigitte.de, die führende Frauen-Website, zeigt in
der Schminkschule für
Krebspatientinnen: Haare
Möglichkeiten des Haarersatzes mit Perücken und Tüchern und bei christine.dk wird demonstriert, wie man einen Turban bindet
Sowohl die Chemo- als auch die Strahlentherapien können zu Haarausfall führen. Haarausfall wird von den meisten Patientinnen immer noch als Entstellung ihres äußeren Erscheinungsbildes empfunden und beeinflusst erheblich das Selbstwertgefühl.
Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich lediglich um einen vorübergehenden Zustand handelt. Den meisten Patientinnen liegt viel daran, dass ihre Krankheit nicht für jeden sofort sichtbar wird. Deshalb ist es empfehlenswert, sich schon vor Therapiebeginn mit dem Angebot von Kopfbedeckungen zu befassen. Im Sommer ist die Kopfbedeckung ein Muss, da die Kopfhaut besonders sonnenbrandgefährdet ist. Im Winter ist eine warme Kopfbedeckung empfehlenswert, um den Wärmeverlust über die Kopfhaut zu verringern. Für die Nacht sind eine weiche Mütze oder ein Turban gute Wärmespeicher.

Perücken:
Der beste Zeitpunkt um eine Perücke aus zusuchen, ist vor Beginn der Behandlung. Lassen Sie sich von einem Perückenfachgeschäft oder einem Friseur, der auf Perücken spezialisiert ist, beraten. Adressen erhalten Sie im Krankenhaus, in der Arztpraxis oder bei Selbsthilfeorganisationen. Vergleichen Sie das Warenangebot, um für Sie die beste Lösung zu erzielen. Die Beratung sollte in einer intimen Atmosphäre stattfinden. Wenn bereits alle Haare ausgefallen sind, bringen Sie zum ersten Gespräch im Fachhandel ein Photo mit, auf dem gut zu erkennen ist, wie Sie mit eigenen Haaren ausgesehen haben. Bei der Auswahl ist die Begleitung einer Vertrauensperson sehr hilfreich. Eine Perücke muss den natürlichen Haarlook unterstreichen und darf als „Zweithaar" nicht zu erkennen sein. Achten Sie außerdem auf geringes Gewicht, so dass Sie das Tragen der Perücke nicht als Fremdkörper empfinden. Wichtig ist, dass Sie zu Hause mit der Frisur zurechtkommen und die Perücke ohne viel Aufwand formen und frisieren können.

Turbane, Schals und Accessoires:
Tücher, Schals und Hut-Tuch-Kombinationen sind kreative, preisgünstige und wirkungsvolle Alternativen [bzw. Ergänzungen] zur Perücke. Wählen Sie Tücher aus Baumwolle, da Seide leicht verrutscht, mit einer Größe von 90 x 90 cm oder bei länglichen Tüchern 160 x 50 cm. Tragen Sie einen Turban aus Frotteestoff unter dem Tuch, um ein Verrutschen zu verhindern. Einzelne Schulterpolster aus nicht überzogenen Schaumstoff sind hierfür ebenfalls sehr geeignet, um mehr Fülle unter dem Tuch zu suggerieren. Verschönern Sie Ihren Kopfschmuck mit Accessoires wie Ohrringen, Anstecknadeln, Seidenblumen und Bändern. Hier sind Ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Designer-Kopfbedeckungen Inzwischen haben sich Designer/Innen dem Thema Kopfbedeckungen bei Haarlosigkeit angenommen, teilweise weil sie der Kampf gegen den Krebs in ihrem eigenen Umkreis betroffen hatte. Sie ließen sich von Ihren Erfahrungen in der Modeszene und den Bedürfnissen der Betroffenen inspirieren. Herausgekommen sind wunderschöne Kollektionen, sowohl Sortimente für Sommer- als auch für Winterturbane.

Ein Schulterpolster aus
Schaumgummi gegen das
Verrutschen des Schals

Sehr attraktiv: eine
Sonnenbrille und Ohrclips
zur Turbanergänzung

Ein geflochtener Schal
kann den Turban passend
zur Kleidung dekorieren

Tücher und Schals kön-
nen auch interessant im
Nacken gebunden werden
So beschreibt z.B. die dänische Modedesignerin Tine Fuglsang ihre Christine-Collection: "Wir denken ans Ganze sowie an Details - und schaffen unser innovatives Design mit der Rücksicht auf Ihre Frau- lichkeit. Wir wählen nur die besten natürlichen Materialien und betonen die Wichtigkeit von Qualitätsstoffen in zarten und weichen Materialien, die atmungsaktiv und bequem für die empfindliche Haut sind. Inspiriert werden unsere Designs durch die Natur und ihre Eindrücke wie Sand, Strand oder eine weiche Brise. Seidenstoffe und andere Naturmaterialien begeistern, rahmen Ihr Gesicht ein, bringen es zum Leuchten und geben ihm eine sehr weibliche Erscheinung. Unsere Headwear ist so gestaltet, dass sie einen perfekten Sitz garantiert - jeder Zeit. Das ist für uns eine Herzenssache, wir haben all unsere Berufs- erfahrung in die Waagschale geworfen, um keinen Unterschied für Frauen aufkommen zu lassen, die ihr Haar verloren haben. Wir wollen unser Bestes tun, weil wir aufrichtig glauben, dass nur das Beste gut genug ist."

Das sollten Sie wissen
Die im Vorauslaufenden und im Video aufgezeigten Möglichkeiten, sich mit Baumwolltüchern zu behelfen, sind also stark erweitert worden. Dabei werden folgende Materialien eingesetzt:
Seide: Ein Naturprodukt mit bestechenden Glanz und leuchtenden Farben, hautsympathisch und bei Kälte und Hitze klimaausgleichend. Je feiner die Seide um so fließender, je fester wie z.B. bei Wildseide oder Dupion, um so rutschfester.
Wolle als ein Naturprodukt aus Tierhaaren nimmt die unterschiedlichsten Farbstoffe so gut auf, dass warme und harmonische Farben entstehen können. Wolle fühlt sich bei Hitze und Kälte gut an, wärmt und kühlt. Kann bei unsachgemäßer Behandlung einlaufen oder verfilzen, sie ist unbehandelt nicht mottenecht.
Cashmere (Kaschmir): Warm, weich und zart - jeder, der hmere einmal auf der Haut gespürt hat, liebt es. Seinen Ursprung hat Cashmere im Hochgebirgsraum des Vorderen Himalaya. Diese wertvollste und feinste Naturfaser wird nicht geschoren, sondern aus dem Unterfell der Kaschmirziege gekämmt. Nur etwa 150 g Haare können pro Tier gewonnen werden. Von Hand von einzelnen Oberhaaren gereinigt, werden sie zu dem herrlich feinen Material versponnen, aus dem auch die Mützen und Berets unserer Laura-Biagiotti-Collection sind.
Bambusgewebe besitzt einen natürlichen Glanz und eine Weichheit, die sich wie Seide anfühlt und verhält, aber günstiger und dauerhafter ist. Bambus ist auf natürliche Weise antibakteriell und diese Eigenschaft geht auch bei der Gewebeherstellung nicht verloren. Bambusgewebe werden dadurch hygienischer und behalten einen frischeren Duft, sie sind atmungsaktiver und besser temperaturregulierend als Baumwolle, Wolle und synthetische Fasern.
Baumwolle: reizt nicht die Haut, kratzt nicht, verursacht keine Allergien, ist luftdurchlässig und saugfreudig. Körperfeuchtigkeit wird schnell auch außen abgegeben. Baumwolle filzt nicht, ist mottenecht. Unbehandelt kann sie einlaufen.
Viskose = regenerierte Zellolusefasern, gewonnen aus Holz oder Baumwolle. Viskose hat ähnliche Eigenschaften wie Baumwolle, ist jedoch durch die Wiederaufarbeitung der Fasern glänzender und fließender.
Mikrofasergewebe werden aus feinsten Garnen, überwiegend aus Polyester, hergestellt. Aufgrund des dichten Gewebes Wind und Wetter abweisend. Hervorragende Atmungsaktivität, trocknet schnell. (auszugsweise aus K. Roßmann, Haarlose Zeiten)