Sowohl die Chemo- als auch die Strahlentherapien
können zu Haarausfall führen. Haarausfall wird von
den meisten Patientinnen immer noch als Entstellung ihres äußeren Erscheinungsbildes empfunden und beeinflusst erheblich das Selbstwertgefühl.
Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich lediglich um
einen vorübergehenden Zustand handelt. Den
meisten Patientinnen liegt viel daran, dass ihre
Krankheit nicht für jeden sofort sichtbar wird. Deshalb ist es empfehlenswert, sich schon vor Therapiebeginn mit dem Angebot von Kopfbedeckungen zu
befassen. Im Sommer ist die Kopfbedeckung ein
Muss, da die Kopfhaut besonders sonnenbrandgefährdet ist. Im Winter ist eine warme Kopfbedeckung
empfehlenswert, um den Wärmeverlust über die
Kopfhaut zu verringern. Für die Nacht sind eine
weiche Mütze oder ein Turban gute Wärmespeicher.
Perücken:
Der beste Zeitpunkt um eine Perücke aus
zusuchen, ist vor Beginn der Behandlung. Lassen
Sie sich von einem Perückenfachgeschäft oder einem
Friseur, der auf Perücken spezialisiert ist, beraten.
Adressen erhalten Sie im Krankenhaus, in der Arztpraxis oder bei Selbsthilfeorganisationen. Vergleichen
Sie das Warenangebot, um für Sie die beste Lösung
zu erzielen. Die Beratung sollte in einer intimen Atmosphäre stattfinden. Wenn bereits alle Haare ausgefallen sind, bringen Sie zum ersten Gespräch im
Fachhandel ein Photo mit, auf dem gut zu erkennen
ist, wie Sie mit eigenen Haaren ausgesehen haben.
Bei der Auswahl ist die Begleitung einer Vertrauensperson sehr hilfreich. Eine Perücke muss den natürlichen Haarlook unterstreichen und darf als „Zweithaar"
nicht zu erkennen sein. Achten Sie außerdem auf geringes Gewicht, so dass Sie das Tragen der Perücke
nicht als Fremdkörper empfinden. Wichtig ist, dass Sie
zu Hause mit der Frisur zurechtkommen und die Perücke ohne viel Aufwand formen und frisieren können.
Turbane, Schals und Accessoires:
Tücher, Schals
und Hut-Tuch-Kombinationen sind kreative, preisgünstige und wirkungsvolle Alternativen [bzw. Ergänzungen] zur Perücke. Wählen Sie Tücher aus Baumwolle, da Seide leicht verrutscht, mit einer Größe von 90 x 90 cm oder bei länglichen Tüchern 160 x 50 cm. Tragen Sie einen Turban aus Frotteestoff unter dem Tuch, um ein Verrutschen zu verhindern. Einzelne
Schulterpolster aus nicht überzogenen Schaumstoff sind
hierfür ebenfalls sehr geeignet, um mehr Fülle unter dem Tuch
zu suggerieren. Verschönern Sie Ihren Kopfschmuck mit
Accessoires wie Ohrringen, Anstecknadeln, Seidenblumen
und Bändern. Hier sind Ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt.
Designer-Kopfbedeckungen
Inzwischen haben sich Designer/Innen dem Thema
Kopfbedeckungen bei Haarlosigkeit angenommen,
teilweise weil sie der Kampf gegen den Krebs in
ihrem eigenen Umkreis betroffen hatte. Sie ließen
sich von Ihren Erfahrungen in der Modeszene und
den Bedürfnissen der Betroffenen inspirieren.
Herausgekommen sind wunderschöne Kollektionen,
sowohl Sortimente für Sommer- als auch für Winterturbane.
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Ein Schulterpolster aus
Schaumgummi gegen das
Verrutschen des Schals

Sehr attraktiv: eine
Sonnenbrille und Ohrclips
zur Turbanergänzung

Ein geflochtener Schal
kann den Turban passend
zur Kleidung dekorieren

Tücher und Schals kön-
nen auch interessant im
Nacken gebunden werden
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So beschreibt z.B. die dänische Modedesignerin Tine Fuglsang
ihre Christine-Collection:
"Wir denken ans Ganze sowie an Details - und schaffen
unser innovatives Design mit der Rücksicht auf Ihre Frau-
lichkeit. Wir wählen nur die besten natürlichen Materialien
und betonen die Wichtigkeit von Qualitätsstoffen in zarten
und weichen Materialien, die atmungsaktiv und bequem für die
empfindliche Haut sind. Inspiriert werden unsere Designs
durch die Natur und ihre Eindrücke wie Sand, Strand oder eine
weiche Brise. Seidenstoffe und andere Naturmaterialien
begeistern, rahmen Ihr Gesicht ein, bringen es zum Leuchten
und geben ihm eine sehr weibliche Erscheinung. Unsere
Headwear ist so gestaltet, dass sie einen perfekten Sitz
garantiert - jeder Zeit.
Das ist für uns eine Herzenssache, wir haben all unsere Berufs-
erfahrung in die Waagschale geworfen, um keinen Unterschied
für Frauen aufkommen zu lassen, die ihr Haar verloren haben.
Wir wollen unser Bestes tun, weil wir aufrichtig glauben, dass
nur das Beste gut genug ist."
Das sollten Sie wissen
Die im Vorauslaufenden und im Video
aufgezeigten Möglichkeiten, sich mit Baumwolltüchern
zu behelfen, sind also stark erweitert worden.
Dabei werden folgende Materialien eingesetzt:
Seide: Ein Naturprodukt mit bestechenden Glanz
und leuchtenden Farben, hautsympathisch und
bei Kälte und Hitze klimaausgleichend. Je feiner
die Seide um so fließender, je fester wie z.B. bei
Wildseide oder Dupion, um so rutschfester.
Wolle als ein Naturprodukt aus Tierhaaren nimmt
die unterschiedlichsten Farbstoffe so gut auf, dass
warme und harmonische Farben entstehen können.
Wolle fühlt sich bei Hitze und Kälte gut an, wärmt
und kühlt. Kann bei unsachgemäßer Behandlung einlaufen oder verfilzen, sie ist unbehandelt nicht mottenecht.
Cashmere (Kaschmir): Warm, weich und zart - jeder, der
hmere einmal auf der Haut gespürt hat, liebt es.
Seinen Ursprung hat Cashmere im Hochgebirgsraum des
Vorderen Himalaya. Diese wertvollste und feinste Naturfaser
wird nicht geschoren, sondern aus dem Unterfell der
Kaschmirziege gekämmt. Nur etwa 150 g Haare können pro
Tier gewonnen werden. Von Hand von einzelnen Oberhaaren
gereinigt, werden sie zu dem herrlich feinen Material versponnen, aus dem auch die Mützen und Berets unserer
Laura-Biagiotti-Collection sind.
Bambusgewebe besitzt einen natürlichen Glanz und eine
Weichheit, die sich wie Seide anfühlt und verhält, aber
günstiger und dauerhafter ist. Bambus ist auf natürliche
Weise antibakteriell und diese Eigenschaft geht auch bei der
Gewebeherstellung nicht verloren. Bambusgewebe werden
dadurch hygienischer und behalten einen frischeren Duft,
sie sind atmungsaktiver und besser temperaturregulierend
als Baumwolle, Wolle und synthetische Fasern.
Baumwolle: reizt nicht die Haut, kratzt nicht, verursacht keine Allergien, ist luftdurchlässig und
saugfreudig. Körperfeuchtigkeit wird schnell auch
außen abgegeben. Baumwolle filzt nicht, ist mottenecht. Unbehandelt kann sie einlaufen.
Viskose = regenerierte Zellolusefasern, gewonnen
aus Holz oder Baumwolle. Viskose hat ähnliche Eigenschaften wie Baumwolle, ist jedoch durch die Wiederaufarbeitung der Fasern glänzender und fließender.
Mikrofasergewebe werden aus feinsten Garnen,
überwiegend aus Polyester, hergestellt. Aufgrund
des dichten Gewebes Wind und Wetter abweisend.
Hervorragende Atmungsaktivität, trocknet schnell.
(auszugsweise aus K. Roßmann, Haarlose Zeiten)
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