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Miriam Pielhau
Fremdkörper
2., unveränderte Auflage 2009 (Erstauflage war innerhalb von 3 Tagen vergriffen)
208 Seiten, 14,5 x 21,8 cm. Hardcover.
€ 16,80 versandkostenfrei

Anfang 2008 wurde bei der bekannten TV-Moderatorin Miriam Pielhau ein Tumor in der Brust festgestellt. Die Ärzte drängen zur Eile, sie durchläuft innerhalb kurzer Zeit das komplette medizinische Programm mit Operation, Chemotherapie und Bestrahlung. Schockiert, aber dennoch voll unerschütterlichen Lebensmuts nimmt sie den Kampf gegen die Krankheit auf. Sie rasiert sich die Haare, bevor sie ausfallen, und gibt sogar während der Chemotherapie ihr tägliches Lauftraining nicht auf. Und sie wird nicht müde, das Essentielle, das Wichtigste und für alle gleich Geltende immer wieder ins Zentrum zu stellen: Gib nicht auf und kämpfe! Miriam Pielhau hat es geschafft. Sie hat den Krebs überwunden und gibt in diesem Buch all ihre Emotionen, ihre Kraft, ihre Hoffnung und ihren unverwüstlich positiven Blick auf das Leben an uns alle weiter. Fesselnd und unterhaltsam wie ein Roman, informativ wie ein Ratgeber, Mut machend wie die beste Freundin. Dieses Buch ist einzigartig.

Sie gibt mit ihrem Buch anderen Frauen Mut und Kraft, doch die Brustkrebs-Diagnose im April 2008 hat auch das Leben der ehemaligen ,taff'-Moderatorin auf den Kopf gestellt. Ein eigenes Kind war ihr sehnlichster Wunsch, der im Mai 2012 in Erfüllung gegangen ist. Die Schwangerschaft ist für Miriam Pielhau mehr oder weniger ein Wunder, da nach der Krebsdiagnose 2008 eine natürliche Schwangerschaft eher unwahrscheinlich war und auch eine Adaption wegen ihres hohen Wiedererkran- kungsrisikos von den Behörden abgelehnt wurde. Nun sind sie und ihr Mann aber überglücklich. „Unser Kind ist ein Geschenk. Möge es ein gesundes, glückliches und gelassenes Leben vor sich haben. Wir werden alles dafür tun.“
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Wenn es etwas zu ändern gilt, schnell und radikal, dann hilft nur einer. Die Antwort auf alle elementaren Frauenfragen: Der Friseur. Zum Glück ist nicht Montag. Denn eigentlich ist immer Montag, wenn man spontan beschließt, sich die Haare schneiden zu lassen. Die Schnittstelle meines Vertrauens hat auf. Meine Friseurin auch. Und zwar Augen und Mund auf-gerissen, als ich ihr meinen Wunsch mitteile: „Alles ab. Auf 5 Zentimeter.“
„Aber die schönen, langen.“
„Wat darf et denn sein?“ - „Ihnen auch einen Guten Tag. Ich hätte gerne eine Echthaar-Perücke. Aber mit langem Haar. Möglichst meine jetzige Haarfarbe.“
„Ja. Ick hätte da dit Modell Raquel Welch. Dit is janz schön mit die Strähnchen. Oder hier die Veronika-Serie, mit Stufenschnitt.“. Sie holt eine Perücke nach der anderen von den Styroporköpfen . Die sind zu eng. Sie blickt auf Ihr Maßband „Sie ham aber och´n dicken Kopp.“ Sensibles Geschick und höfliche Umgangsformen werden überbewertet, denke ich.
„Ja, ich weiß. Versuch nicht, mich zu überreden: Die Entscheidung steht. Ich habe das überlegt. Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt für kurz“. Sie unternimmt noch zwei schwache Versuche. „Schulterlang! Pagenkopf?“ und gibt sich dann meiner Entschlossenheit geschlagen. Das arme Ding. Sie kann ja nicht ahnen, dass der schöne Schnitt, den sie mir gleich verpasst, in spätestens Monatsfrist auch schon wieder Geschichte sein wird. Zufrieden und ein bisschen aufgeregt sehe ich Strähne um Strähne auf den Boden segeln. 40 Zentimeter liebevoll gezüchtetes, gepflegtes und oft genug gestriegeltes Haupthaar. Adieu. Geh mit Gott. Aber geh. Ich finde es gut so, dass ich, so weit es möglich ist, bestimme, was wann wie mit meinem Haar passiert. Ich bevorzuge den konrollierten Abschied. Und den macht mir meine Friseurin mit einem sehr hippen Look extrem leicht. 25 Minuten nachdem ich den Salon betreten habe, bin ich stolze Trägerin einer Kurzhaarfrisur. Juchhu! Endlich. So lange schon wollte ich das ausprobieren. Nur getraut habe ich mich nie. Bis zu diesem Augenblick des Muts. Aus Gleichmut: „Jetzt ist es auch egal“. Wie leicht der Kopf wird. Wie schnell das Frisieren geht. Und das Waschen erst. Sensation. Freu dich daran, solange es geht. Ein paar Wochen, dann war es das mit Haaren, und zwar für die nächsten Monate. Ich denke jetzt allerdings erst einmal an den nächsten Montag. Meine wöchentliche Sendung in Köln. Da kann ich nicht auf einmal mit Bubikopf auftauchen. Das verwirrt meinen Arbeitgeber und das Publikum gleichermaßen. Der Plan ist bereits gefasst: Ich brauche eine Perücke. Zweithaar-Studios, wie die Profis ihre Perückenparadiese taufen, gibt es viele in der Hauptstadt. Ich habe mir eine kleine Liste gemacht mit einer Handvoll Adressen. Um Preise und Qualität zu vergleichen. Wie sich zeigen sollte, keine so verkehrte Idee. Denn zwischen den Angeboten gibt es kontinentalplattenweite Unterschiede. Nach den ersten beiden Besuchen in Oasen kopfbehaarter Glückseligkeit werden mir zwei Dinge schnell klar: Echthaar soll es sein. Und: Billig wird es nicht. Ich betrete die Ausstellungsräume einer sehr bekannten Perückenverkäuferin. Eine, die ihre. Prospekte stapelweise auf den onkologischen Stationen und der Chemotherapie-Ambulanz liegen lässt. Die bei Google mit ihrem Eintrag recht weit oben auftaucht. Also augenscheinlich eine Madame Wichtig in der Szene. Die sich zu meinem großen Bedauern dementsprechend verhält. Miriam Pielhau
Bildquelle: mvgVerlag
Mache mir wirklich nur sehr kurz Gedanken, ob ich tatsächlich einen großen Kopf habe, erinnere mich an die Vorgänger-Geschäfte, die alle passendes Material vorhalten konnten, und versuche es versöhnlicher: "Wir messen ja jetzt mit Haaren. Davon habe ich viele und dann auch noch dicke. Die sind aber bald weg. Muss man da nicht ein bisschen was abziehen?"
"Nee, dit gloob ick nich. Ihr Kopp ist eenfach zu dick für dit hier".
"Es gibt kein Modell für mich?"
"Se können dit hier mit so welchen versuch´n. Drückt halt´n bisschen nach´ner Weile. Aber für´n paar Stunden wird dit schon jehn."
"Was kosten die denn?“
„Die jünstigen um die 1500 Euro.“ O.k . Es gibt defintiv kein Modell für mich. Die Frage nach dem Preis und mein fassungsloses Gesicht haben bei der Dame eine Schranke gehoben, freie Fahrt für ihre Verkaufstirade: „Ick hab schon jute Preise. Se glooben jar nich, wat et allet… Qualität kostet, dit kriejen Se nirjendwo billija. Denn müssen Se halt janz ohne rumlaufen. Wollen Se dit? Wissen Se, wie dit aussieht, janz ohne Haare? Nich jut, sach ick Ihnen“. Jeder Elefant hat in seinem linken Vorderfuß mehr Feingefühl als dieser Poltergeist. Sie mag der Perücken-Platzhirsch sein. Ich halte sie maximal für eine Hirschkuh. Und zwar eine ziemlich blöde … Einigermaßen angeschossen ergreife ich die Flucht. Freiwild mit Streifschuss ... Balsam für meine Wunden erhalte ich bei der letzten Adresse des Tages … als sich mir eine sehr freundliche Verkäuferin mit knallroten Locken und ebenfalls auffallenden Lippenstift zuwendet. Wir verziehen uns in eine Kabine mit Sichtschutz und Spiegel. Sie erläutert und zeigt mir die Unterschiede zwischen europäischem, indischem und asiatischem Haar. Und sie findet direkt ein paar hübsche Exemplare. Indisches Haar kommt von seiner Struktur dem meinem sehr nah. Das zweite Modell ist es. Der Preis: weniger als die Hälfte von dem, was die polternde Perücken-Putte haben wollte. Das Netz schmiegt sich sehr gut an. Und es ist an einigen Stellen elastisch, was wichtig ist für den guten Sitz auch ohne Naturhaar darunter. Die Haare sehen tatsächlich so echt aus, als wären es meine eigenen. Außerdem werden noch Klemm-Kämmchen eingenäht, dass ich die Perücke am eigenen Haar festklipsen kann. Zumindestens solange da noch etwas zum festklipsen ist. Was für ein feierlicher Moment. Ich habe die Perücke für das nächste halbe Jahr gefunden
Miriam Pielhau