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Brustkrebs & Sport
Ein Trainingsbuch für Patientinnen. Herausgeber © Pfizer Pharma GmbH. 56 Seiten mit vielen Abbildungen Broschiert. 1.Auflage 2006. Gratis
Alleine oder Verein?
Die Frage, ob man Sport allein, zu zweit oder in der Grup­pe treiben sollte, muss jeder für sich beantworten - alles hat Vor- und Nachteile. Auch die Kombination hat sich bewährt, z.B. Krafttraining alleine und Laufen in der Gruppe.
Sport allein
Konzentration auf Bewegungsabläufe und Atmung wird erleichtert Eigenes Tempo, eigener Rhythmus Keine Ablenkung, Abschalten gut möglich. Naturerlebnis intensiver, z.B. beim Joggen oder Radfahren
Sport zu zweit/in der Gruppe/im Verein
Gegenseitige Hilfestellung und Kontrolle bei den Übungen Geselligkeit, geringe Versuchung, Termine ausfallen zu lassen Auf-/Ausbau sozialer Kompetenzen wie Vertrauen, Rücksichtnahme, Teamgeist Geteilte Freude ist doppelte Freude, z.B. durch gemeinsam erreichte Erfolge
Regelmäßige Bewegung bzw. Sport lässt uns besser leben, wohler fühlen und langsamer altern. Intensive Bewegung erzeugt Botenstoffe im Gehirn, die die Stimmung heben, Muskeln aufbauen und das Hungergefühl dämpfen. Bei ausdauern­der körperlicher Belastung steigt die Durchblutung im Gehirn - das gibt einen klaren Kopf. Nicht zuletzt regt Bewegung die Verdauung an und lässt uns besser einschlafen.

Das Training ergänzt bewährte Therapien
All das gilt nicht nur für gesunde Menschen. Tatsache ist, dass Sport gerade auch für Krebspatienten nach Rücksprache mit dem behandeln­den Arzt überaus hilfreich ist - insbesondere, um die andauernde Abgeschlagenheit und chronische Erschöpfung (Fatigue) nach einer Behandlung zu reduzieren. Angehö­rige und Freunde raten Patienten, die unter Fatigue leiden, oft zu Ruhe und Schonung. Doch genau so kann ein Teufelskreis entstehen: Die Patienten vermeiden Anstrengungen und reduzieren ihre Aktivitäten. Die Folgen sind Bewegungsmangel und Muskelabbau, die Leistungsfähigkeit nimmt ab - alles wird immer noch anstrengender, man traut sich nichts mehr zu, die Stimmung sinkt. Wer körperlich aktiv ist, entgeht diesem Kreislauf. Wichtig ist, es nicht zu über- treiben: Belastungen im "grünen" Bereich (weniger als 80 Prozent der maximalen Herzfrequenz) sind angenehm, nach einem Training von 30 bis 40 Minuten fühlt man sich entspannter und besser gelaunt. Intensivere Belastungen bewirken genau das Gegenteil: Anspannung, Nervosität, Ungeduld. Wer sich überfordert, wird nur die negativen Effekte der Belastung spüren - hier ist Frustration vorprogrammiert. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Frauen verbesserte Heilungschancen nach der Brustkrebsdiagnose haben, wenn sie sich regelmäßig bewegen. All dies sind gute Gründe um mit dem Sport anzufangen - und dann auch "dran zu bleiben"!

Die Kraft der Bewegung
Die positiven Auswirkungen von Sport sind kein Zufall, sondern folgen Naturgesetzen -
alle Organe, Strukturen und Funktionen, die aktiviert werden, passen sich an:
¦ Die Blutmenge nimmt zu,
¦ die Herzkammern werden größer,
¦ die Muskulatur wird kräftiger
¦ und die Gelenke geschmeidiger.
Diese Anpassung ist am Anfang minimal und kaum spürbar. Doch wenn die Übungen regelmäßig wiederholt werden, addieren sich die Veränderungen: Man wird
leistungsfähiger. Diesen Prozess, der sich über mehrere Wochen, Monate oder Jahre
erstreckt, nennt man Training.

Belastung + Erholung = Anpassung
Die Anpassung findet nicht während der Belastung, sondern in der Erholungsphase danach statt. Ein Beispiel:
Als Untrainierter joggt man zum ersten Mal 30 Minuten durch den Wald:
¦ Unmittelbar danach ist man müde und nicht imstande, sich weiter zu belasten.
¦ In den Stunden nach der Belastung erholt man sich, indem man isst, trinkt und schläft - während dieser Zeit laufen die Anpassungsprozesse.
¦ Nach ausreichender Erholung (i.d.R.nach ein oder zwei Tagen), ist die Anpassung abgeschlossen, man wird leistungsfähiger. Wer das Vernunft-Prinzip von Belastung und Erholung in Balance sinnvoll anwendet, also sich am Anfang nicht zu stark belastet und ausreichend erholt, kann nach einiger Zeit eine deutliche Zunahme der Leistungsfähigkeit spüren.

Nicht nur ein bisschen: Spaß muss sein
Regelmäßiges Training erfordert Disziplin - jeder kennt den "inneren Schweinehund", den es an manchen Tagen zu überwinden gilt. Mindestens genauso wichtig ist allerdings, dass Sie Spaß haben. Denn ohne Spaß keine Motivation, ohne Motivation kein dauerhaftes Training und ohne Training keine Fortschritte und Erfolge!
Um Ihre Motivation über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten, gibt es ein paar Tipps: Finden Sie heraus, was Ihnen Spaß macht, setzen Sie sich realistische Ziele und sorgen Sie auch mal für Abwechslung. Gekürzt aus "Brustkrebs & Sport"